Weinglas, Wasser, Kamera & Blitz
Weinglas, Wasser, Kamera & Blitz

Weinglas, Wasser, Kamera & Blitz

Trübes Wetter, starker Wind, die Freundin spielt Uncharted und Langeweile, so sah heute mein Corona-Nachmittag aus. Es ist zwar Frühling, aber die blühenden Blumen konnte ich dank des Windes auch nicht ablichten, also saß ich auf der Couch und schaute random Youtube Videos. Aber dann, dann kam es mir wieder in den Sinn: Ich hatte mir vor ein paar Tagen mal gedacht, dass ich doch mal das Wasser in unserer Spüle fotografieren könnte.

Gesagt, getan. Stativ aus dem Kasten genommen, aufgestellt. Das Sigma 105mm f/2.8 Makro an die 7D geschraubt und aufs Stativ geklemmt. Zu Beginn fotografierte ich nur den Wasserstrahl aus dem Hahn – eigentlich nicht so spektakulär. Angeleuchtet hab ich den Strahl von beiden Seiten mit meinem Handy und meinem Tablet. Danach nahm ich das Weinglas welches noch auf seinen Abwasch wartete und stellte es mittig unter den Wasserhahn. Am Anfang versuchte ich noch, mit kurzen Verschlusszeiten das Bild einzufrieren. Ich wollte den Punkt einfangen, an welchem das Wasser in das Glas prallte. Dieses Vorhaben konnte ich aber nicht so umsetzen wie ich es mir gedacht hatte und ich Trottel hatte vergessen, die Bürste hinter der Spüle wegzuräumen und nun war sie auf allen bis dahin geschossenen Fotos zu sehen.

Nun entschied ich mich für einen anderen Kurs. Meinen Yongnuo Blitz und den Blitzfernauslöser sowie den Kamerafernauslöser ausgepackt und montiert. Der Blitz kam links auf die Ablagefläche der Spüle, auf die andere Seite ein wenig Alufolie als Reflektor. Die Kamera wurde auf manuell umgestellt und die Verschlusszeit auf 1/250 und die ISO auf 100. Blende f/4 damit nicht der Großteil des Glases unscharf ist. Mein Vorgehen war jetzt so, dass ich beim Fernauslöser auf 2 Sekunden drückte und versuchte im richtigen Moment das Wasser aufzudrehen. Und siehe da: Voller Erstaunen muss ich sagen, die Ergebnisse lassen sich sehen. Sie sind zwar nicht so, wie ich wollte, aber trotzdem schön.

Also was ist mein Fazit? Ich habe (noch) nicht das Foto, das ich im Kopf hatte, umgesetzt, aber es sind dabei ein paar andere tolle Fotos entstanden und ich habe viel gelernt. Irgendwann werde ich diese Aktion wiederholen und vielleicht schaffe ich es dann ja, diese Foto umzusetzen – sonst beim nächsten Mal. Man kann nur besser werden, wenn man etwas versucht. Übung macht den Meister. Schnappt eure Kamera und schießt Fotos, aber das war jetzt genug Motivationstraining für heute.

Wenn es geht, bleibt noch zuhause, haltet immer brav Abstand und bleibt’s gesund.

Viele Grüße und Gesundheit,
Sebastian