Meine Begleiter durch die Quarantäne
Meine Begleiter durch die Quarantäne

Meine Begleiter durch die Quarantäne

Spatzen, Amseln, Blaumeisen, Elstern, die heimischen Vogelarten und der Elefant im Raum, Corona. Am 12. April war ein Heimtest bei meiner Freundin positiv, bei mir noch negativ. Einen Tag danach war bei ihr der PCR Test positiv, eine Woche später bei mir auch, also Quarantäne seit dem 12.April. Ende für mich, der 2. Mai. Anfangs noch leichte Symptome, machten es mir ab der 2ten Woche der Husten und die allgemeine Erschöpfung nicht leicht. Meinen Geruchs- und Geschmackssinn verlor ich leider auch. Shit happens. ????

Um die Zeit auch sinnvoll zu nutzen, wurde ich zum Gartenornithologen. Immer, wenn das Wetter passte und die Krankheit es zuließ, schnappte ich die Canon 7D2 oder die RP, das Tamron 150-600mm und ein Stativ, da ich für die Kombi einfach zu schwach war. Ich stellte mir das Stativ auf die Terrasse und setzte mich dahinter auf einen Stuhl. Klick, Klick, und die Spatzen auf Nachbars Dach oder auf der Hecke wurden fotografiert. Fast jeden Tag saß ich ein paar Stunden draußen und genoss die Ruhe, meistens vormittags und am Abend. Am Nachmittag waren meistens die Nachbarskinder draußen und dann war es vorbei mit der Ruhe und die Vögel hatten auch keinen Bock.

Die meisten Fotos, die entstanden sind, zeigen relativ entspannte Situationen wo die Vögel einfach rumsitzen. Für fliegende Vögel fehlte mir einfach die Übung und meine Reaktionszeit war Corona bedingt zu langsam. Wenn ich einen Vogel nicht kannte, musste eine Freundin herhalten und auf Discord wurden dann die Vögel analysiert. Hausrotschwanz und hochfliegender Turmfalke wurden so erkannt. Die Spatzen hatten scheinbar auch Paarungszeit, zumindest konnte ich sie des Öfteren dabei beobachten, ich Schmutzfink ????

Fotografiert habe ich meistens auf 600mm mit Blende 8 und um eine bis zwei Blendenstufe überbelichtet, damit bei den doch dunkleren Vögel noch mehr Struktur erkennbar ist. Belichtungszeit schwankte zwischen 1/250 und 1/2000, je nachdem wie zappelig die Vögel unterwegs waren. Habe viel mit den Fokus und den Fokuseinstellungen der 7D2 experimentiert, um das Optimum vor allem bei den kleine Spatzen rauszuholen da dies technisch nicht so einfach ist und sie den Fokuspunkt in Bewegung schnell verlassen.

Bonnie und Clyde, das waren zwei Blaumeisen. An einem Baum bei uns im Garten ist ein kleines Vogelhaus und in dem ist anscheinend Vogelfutter, oder besser gesagt, war Vogelfutter. Ich konnte die zwei öfters im Vogelhaus beobachten und ich dachte schon, die haben sich eingenistet, aber nein, die zwei haben es ausgeräumt. Einer war meistens im Vogelhaus und nahm das Futter in den Schnabel und streckte danach den Kopf aus dem Vogelhaus und der zweite holte es dann ab. War auf jeden Fall interessant, sie bei diesem Coup zu beobachten.

Habe zwar davor schon öfters Vögel und Tiere fotografiert, aber Fortbildung und Tipps von Profis schaden nie, deshalb war ich oft auf Youtube unterwegs und schaute mir Videos von Chris Kaula oder Fabian Fopp an.

Corona haben wir zum Glück ohne schwere Verläufe und Fieber überstanden, aktuell sind wir noch sehr schlapp und hoffen, dass wir keine Langzeitfolgen haben. Bin froh, dass das Impftempo jetzt zulegt und der Sommer relativ normal werden kann und wir wieder mehr unterwegs sein können und wieder mehr reisen können. Die Vogelfotografie möchte ich auf jeden Fall weiter verfolgen und verbessern, da es sehr entspannend sein kann und man sehr viel über die Tiere lernen kann durch das Beobachten.

Viele Grüße und Gesundheit,
Sebastian